Zum 1. Januar 2027 entfällt die bisherige pauschale Ausnahme für Baudenkmäler von den Energieausweispflichten. Künftig können damit auch bei Denkmälern, etwa beim Verkauf, bei Vermietung oder Verpachtung, Energieausweise erforderlich werden. Wichtig dabei ist: es entsteht keine automatische Sanierungspflicht. Schutz- sowie Zumutbarkeitsregelungen für Denkmäler gelten weiterhin. Für Fachleute rückt damit die belastbare Beschreibung des Bestands stärker in den Vordergrund. Genau hier setzt der in ZUB Helena integrierte Deutschlandkatalog an. Er basiert auf der Forschungsarbeit des Zentrums für umweltbewusstes Bauen e.V. an der Universität Kassel und stellt regional- und baualtersbezogene Bauteilaufbauten bereit. Statt frei angenommener Kennwerte können Planende auf dokumentierte Schichtaufbauten mit hinterlegten Baustoffkennwerten zurückgreifen.

Die Bedeutung dieser Forschungsarbeit geht über eine allgemeine Sammlung historischer Konstruktionen hinaus. Die gemeinsamen Bekanntmachungen der Bundesministerien zu den „Regeln zur Datenaufnahme und Datenverwendung im Wohngebäudebestand“ und im „Nichtwohngebäudebestand“ vom 8. Oktober 2020 nennen die ZUB-Untersuchung ausdrücklich als Grundlage für die vereinfachte Ermittlung von U-Werten regionaltypischer Außenbauteile, zu finden unter BAnz AT 04.12.2020 B1 und B2, jeweils Abschnitt 3.1 auf Seite 4.
Die Erkenntnisse der Untersuchung werden dort ausdrücklich als „gesicherte Erfahrungswerte für die jeweilige regionaltypische Bauweise“ eingeordnet. Der Bezug gilt sowohl für den Wohngebäudebestand als auch für den Nichtwohngebäudebestand – jeweils unter den Anwendungsvoraussetzungen der betreffenden Bekanntmachung. Damit steht hinter dem Deutschlandkatalog eine Forschungsgrundlage, auf die die amtlichen Regeln für die energetische Bestandserfassung ausdrücklich verweisen. Für die praktische Arbeit ist entscheidend, daraus einen zum untersuchten Gebäude passenden Bauteilansatz abzuleiten.
Ein typischer historischer Bauteilaufbau kann aus dem Deutschlandkatalog geladen, mit den vorhandenen Informationen zum konkreten Gebäude abgeglichen und anschließend objektbezogen angepasst werden. Helena unterstützt hierzu die Übernahme von Datenbankkonstruktion sowie deren projektbezogene Bearbeitung und vereinfacht damit die Erstellung von Energieausweisen für denkmalgestützte Gebäude deutlich.
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Hinweis: Die Katalogeinträge dienen als fachlich hergeleitete Orientierung. Sie ersetzen nicht die Prüfung des konkreten Bauteils anhand vorhandener Unterlagen und der objektspezifischen Situation.